22•02•2020 ••

FTF goes Schneeschuhwandern

Ewig weite Schneefelder, keine Geräusche außer dem eintönigen Knirschen der Schritte und der wahnsinnige Blick auf die Welt. Es sind wahrscheinlich die Filme von irgendwelchen Expeditionen rund um das Himalayagebirge, die mir immer in meinem Kopf herumspuken, wenn ich mal wieder Sehnsucht nach dem Berg habe. Und damit meine ich jetzt nicht die Skipiste. Denn es ist die Sehnsucht nach der Stille, aber auch Sehnsucht nach Weite, die mich antreibt.
 

Und so ist mir Willy wieder in den Sinn gekommen: Willy Kravanja von summits outdoor adventures, mit dem ich im Oktober bei unserer schönen Tegernsee-Wanderung über das Schneeschuhwandern gesprochen habe. Und dann war da noch die Suche nach einem Geschenk für eine liebe Freundin, die ausgerechnet kurz vor ihrem Geburtstag davon gesprochen hatte, dass sie unbedingt einmal Schneeschuhwandern ausprobieren wollte.

Wir sind also zu viert losgefahren nach Bayrischzell, um unsere Sehnsucht nach Ruhe, aber auch nach endlosem Schnee zu stillen. 

Ganz so lief es nicht ab letzten Samstag, als wir das erste Mal in unserem Leben mit Schneeschuhen gewandert sind. Denn wie sagte Willy, unser Guide, gleich zu Beginn: "Jetzt gehen wir mal den Schnee suchen." Tatsächlich liegt vor den Toren Münchens im schönen Bayrischzell Schnee, aber zumindest unten im Ort muss man ihn suchen. An der Talstation eines alten Einersessellifts werden wir fündig. Schneee! 

 

Erstmal klingt Schneeschuhwandern ja recht einfach.

Denn Willy gibt uns nur eine kurze Einweisung und hilft uns in klangvollem Bayrisch in unsere Schneeschuhe. Und schon marschieren wir den Berg hoch. Am Anfang aber doch unsicher, sind wir zwar alle Skifahrer, aber diese Bewegungsform ist doch deutlich anders. Ein bisschen “entig“ bewegen wir uns auf den ersten Metern. Aber mit jedem Schritt, mit jedem Stockeinsatz, kommt das Gefühl für die Bewegung.


KRK KRK KRK


... von Tiefschnee keine Spur, aber das Gefühl im gleichen langsamen Schritt zu wandern, gibt mir zumindest schon einmal ein Gefühl der Ruhe. Und Willy hat nach den ersten Kurven schon eine Herausforderung für uns eingeplant. Wir werden eine 30%ige Steigung gehen und nach dieser verleiht er uns die silberne Schneeschuhnadel. Weiter geht es durch den Wald, mit mal mehr, mal weniger Schnee. Und mit jedem Tritt werden wir sicherer. Das konzentrierte Gehen ist total meins, meine Gedanken kommen zur Ruhe. Und da Schneeschuhwandern ähnlich anstrengend ist wie wandern, wird auch nicht viel gesprochen.


WALDBADEN IN SCHNEESCHUHEN


KRK KRK KRK.


Oberhalb der Waldgrenze erwartet uns dann die Belohnung. Vor uns liegt ein Schneefeld. Wir gehen durch nicht mehr ganz unberührten Pulverschnee, wir haben einen wunderbaren Blick auf das Mangfallgebirge, und dann erklärt uns Willy auch noch Tierspuren. So ein bisschen Expeditionscharakter hat das dann doch.


SCH * SCH * SCH.


Vorbei geht es an einem traumhaft gelegenen Bauernhof, der, so Willy, von einem Bayrischzeller Original bewohnt wird. Es sind auch diese Geschichten, die Wanderungen mit einem Guide so besonders machen. Erzählungen aus einer anderen Welt.

 

 

Und nach dem Schneefeld hat uns die Zivilisation wieder. Tatsächlich sind wir oben im Skigebiet vom Sudelfeld gelandet. Und so völlig losgelöst von jedem Expeditionscharakter, lasse ich mir in der Hütte bei einem Chili erklären wie Expeditionen ablaufen, die Willy seit 35 Jahren regelmäßig im Himalayagebirge unternimmt.

Und schon ist sie wieder da, die Sehnsucht nach einer Expedition, nach einer Entdeckungsreise. Vielleicht gehe ich ja doch noch einmal durchs Himalayagebirge? Wer weiß?


STAY TUNED


Ob es anstrengend sei, mit Schneeschuhen zu wandern, wurde ich danach gefragt. Ich denke, es ist wie beim Wandern: Es kommt darauf an, welche Schrittgeschwindigkeit man wählt. Und wenn man so einen erfahrenen Bergführer wie den Willy dabei hat, dann sucht er die passende Geschwindigkeit aus und man läuft einfach hinterher.

Wer auch Lust auf eine Schneeschuhtour hat, der kann Willy Kravanja einfach eine Mail an willy.tours@gmx.de schreiben.


Und wer im Himalaya wandern will …, auch da ist Willy bestimmt der perfekte Ansprechpartner :))


 

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